Eine Expert*innenplattform zur Förderung des wissenschaftlichen Diskurses während der COVID-19-Pandemie

COVID-19 Future Operations Plattform

Die COVID-19 Future Operations Plattform ist eine informelle Plattform für den interdisziplinären Austausch zwischen Expert*innen der Wissenschaft sowie der öffentlichen Hand. Im Rahmen ihrer Arbeit sollen Herausforderungen der COVID-19-Pandemie beleuchtet werden und ein offener Austausch von Forschungsergebnissen und Informationen sowie ein qualitativer Diskurs zwischen den Beteiligten ermöglicht werden. Dadurch soll ein Beitrag zur besseren Entscheidungsfindung im Umgang mit der COVID-19-Pandemie geleistet werden.

Präambel

Die österreichische Wissenschaftsgemeinschaft, die über ein anerkannt hohes Ansehen verfügt, möchte einen Beitrag zur Bewältigung der COVID-19-Pandemie leisten und ihre Kompetenz der öffentlichen Hand für ein besseres Verständnis der aktuellen Situation und ihrer möglichen Entwicklungen sowie den damit verbundenen Implikationen zur Verfügung stellen.

Zu diesem Zweck wurde die COVID-19 Future Operations Plattform (FOP) gegründet, eine multi- und interdisziplinäre Plattform für Expert*innen aus der Wissenschaft und der öffentlichen Hand.

Beteiligt sind Universitäten, Forschungseinrichtungen und Institute aus den Bereichen Volkswirtschaft, Simulation/Data Science, Gesundheitswesen, Psychologie und Logistik; zu einzelnen Themen können ad hoc weitere relevante Teilnehmer*innen/Expert*innen eingeladen werden.

Die FOP besteht aus dem Clearing Board, verschiedenen Arbeitsgruppen sowie einem Projektbüro und kann weiter angepasst werden.

Ambition

Die Plattform ist dem offenen Informationsaustausch unter qualitativen Gesichtspunkten verpflichtet:

  • Sie tauscht aktuelle Informationen, Daten und Analysen aus, die für evidenzbasiertes Handeln relevant sein können, und beleuchtet diese aus einer multi- und interdisziplinären Perspektive.
  • Sie bündelt und vernetzt Akteure und erweitert gezielt Erkenntnisse, damit diese der öffentlichen Hand evidenzbasierte Beiträge zu Entscheidungen liefern können.
  • Sie trägt zur Koordination des wissenschaftlichen Arbeitens an aktuellen Fragestellungen bei.
  • Sie eruiert neue Wege, wie die österreichische Wissenschaft zeitnah zu neuen Produkten oder Dienstleistungen in Bezug auf COVID-19 beitragen kann.
  • Sie trägt zur Entwicklung strategischer Konzepte bei, um Österreich nach der Corona-Krise resilienter und wettbewerbsfähiger zu machen.
  • Sie identifiziert Forschungsfelder und -möglichkeiten, in denen die österreichische Wissenschaft einen wichtigen Beitrag zur Prävention und Bekämpfung von Krisen leisten kann.

Die Plattform ist den Prinzipien guter wissenschaftlicher Praxis verpflichtet und agiert politisch unabhängig. Dies ist auch in der Governance-Struktur der FOP verankert.

Relevante Informationen und Szenarien, die zum Teil auch aus dem Austausch innerhalb der Plattform entstehen können, werden von den erstellenden Einrichtungen/Personen an politische Entscheidungsträger*innen direkt übermittelt, und sind somit als Informationen oder Szenarien der jeweiligen Einrichtung oder Person bzw. Personengruppe zu verstehen.

Die Informationsbereitstellung basiert in der Regel nicht auf der Konsensbildung zwischen allen an der FOP beteiligten Institutionen und Experten*innen; daher gibt es auch grundsätzlich keine Empfehlungen, Berichte oder Informationen der FOP. Dies stellt eine zeitnahe, unmittelbare Information und, im Falle unterschiedlicher Meinungen der Expert*innen, auch die wissenschaftliche Pluralität sicher.

Die Beteiligten bringen ihre Expertise ehrenamtlich in die FOP ein. Die Beauftragung von bezahlter Auftragsforschung bzw. Forschungsprojekten erfolgt weiterhin allenfalls über die Bundesministerien oder andere Träger, welche Resultate und etwaige Handlungsempfehlungen von den Institutionen direkt erhalten.

Ziele und Aufgaben

Ein effektives Krisenmanagement baut auf einem evidenzbasierten, informierten Lagebild auf. Dies kann durch einen besseren Zugang der öffentlichen Hand zu qualitativ hochwertigen wissenschaftlichen Einschätzungen ermöglicht werden. Um sicherzustellen, dass Themen in ihrer Gesamtheit berücksichtigt werden, bedarf es einer interdisziplinären wissenschaftlichen Beratung, die ethische, technische, wirtschaftliche, gesundheitliche, psychologisch-soziologische und rechtliche Bereiche umfasst.

Die FOP bietet während der COVID-19-Krise für die öffentliche Hand evidenzbasierte wissenschaftliche Einschätzungen und Expertise an.